Die Geschichte der Elektrolyse begann vor über hundert Jahren in Saint Louis, Missouri
(USA) dank einer Entdeckung des Augenarztes Charles E. Michel.
Viele Jahre lang hatte er vergeblich versucht, dass Problem einwachsender Augenwimpern, welches verschiedener seiner Patienten chronische Sehprobleme
bereitet hatte, zu lösen.
Er experimentierte mit einer neuen Technik, indem er eine chirurgische Nadel mit einem stromführenden elektrischen Kabel, das wiederum an eine Anodenbatterie angeschlossen war, verband und die Nadel für einige Minuten in den Follikelkanal einführte.
Das Ergebnis dieser Behandlung war die vollständige Zerstörung des einzelnen Haarfollikels. Das Haar wuchs nie wieder nach.
Was Dr. Michel eigentlich gemacht hatte, war die Umwandlung des PH-Wertes im Follikelkanal von neutral (7) in stark kaustisch (11-14), indem er eine elektrochemische Reaktion innerhalb des Gewebes hervorgerufen hatte. Die Elektrizität hatte die natürlichen Natrium-Elektrolyte in ein hoch kaustischesAlkali mit dem Namen Natriumhydroxid (NaOH) umgewandelt. Dieses chemische Nebenprodukt
- und nicht die Elektrizität selbst
- ist für die Zerstörung des Haarwachstumsgewebes verantwortlich.
Die Chemikalie ist so stark kaustisch, dass schon ein kleiner Tropfen genügen würde, um ein Loch in
die Haut zu brennen.
Ist Elektrolyse gefährlich? Es wird extrem wenig Strom benutzt und daher besteht keine Gefahr.Die Elektrolyse ist während der ganzen Anwendung mechanisch abgesichert und
wird kontrolliert durchgeführt
.
Wie viele Sitzungen sind notwendig? Viele Haare werden in einer einzigen Sitzung entfernt, aber
es gibt auch Haare, die zwei- bis dreimal behandelt werden müssen, um eine dauerhafte Entfernung zu erzielen. Behandlungen mit Elektrolyse erfordern eine Reihe von Behandlungen über einen Zeitraum von 1-3 Monaten.Die allgemeine Dauer hängt von derHaarmenge, der Haarstruktur und dem Grund für das übermäßige Haarwachstum ab. Doch ist erstmal die Hautpapille zerstört, ist das Haar tot und kann nicht mehr
nachwachsen.
Tut Elektrolyse weh? Elektrolyse wird nur in den seltensten Fällen als unangenehm empfunden. Falls doch, kann das Gerät so eingestellt werden, dass
nichts mehr zu merken ist (obwohl sich dadurch die Behandlungszeit proportional verlängert). Die Sinnesempfindung ist schwächer als bei Haarentfernung mit der Pinzette. Einige der Patienten sind erstaunt, da
sie annehmen, dass man mehr merken würde. Andere Patienten können sich bei der Behandlung so gut entspannen, dass sie einschlafen.
Ist das Einführen der Nadel schwierig oder schmerzhaft? Nein,das Einführen der Elektrolysesonde istviel einfacherund auch sehr viel weniger schwierig, wie die meisten Menschen glauben. Die "Nadel" ist eigentlich eine stumpfe und hochflexible Sonde, die niemals die Haut durchsticht. Alles ist unblutig (und schmerzfrei). Die Sonde fährt in den schon existierenden Haarkanal
-
etwa wie eine Hand in einen Handschuh - ein.
Um die Sonde einzuführen,
müssen Sie mit der Sondenspitze nur die Follikelöffnung finden, den Haarwuchswinkel bestimmen und dann die Spitze nach unten bis zum Anschlag einführen (die Sonde wird das Ende des Follikelkanals nicht durchstechen).
Ist die Sonde erst einmal richtig eingeführt,
treten Sie auf den Fußschalter Ihres
Elektrolysegerätes.Darauf wird Schwachstromdurch die Sonde abgegeben, die das Haarwachstumszentrum für immer zerstört. Elektrolyse per Mikrosonde ist so ausgereift und gründlich, dass nur eins von zehnHaaren wiederkommt und eine Zweitbehandlung benötigt.
Kann ich mich selbst mit Elektrolyse behandeln? Ja, das Verfahren ist sicher und einfach. Es gibt sehr viele Elektrolysegeräte auf dem Markt. Die meisten benutzen
jedoch leistungsschwachen 9000KµV (10V-6)
- Strom verbunden mit einer sehr groben Sonde (0,006-0,008 Inch im Durchmesser). Diese geringe Stromstärke erfordert eine lange Behandlungszeit von 1 Minute und länger. Die grobe Sonde macht das Einführen schwieriger und unangenehmer. Die beste Lösung für die Heimbehandlung ist ein mittleres oder Hochleistungs-Gerät mit 18.000K bis 24.000KµV (10V-6),
was über einen Fußschalter und eine feine Sonde (0,003 maximal im Durchmesser) verfügt.
Die Bedienung eines Elektrolysegerätes
erfordert nur ein sehr geringes
technisches Fachwissen.
Was löst übermäßiges Haarwachstum aus? Mit Hirsutismus wird das übermäßige Haarwachstumim Gesicht oder am Körper bezeichnet. Sowohl Männer als auch Frauen können davon betroffen sein. Die Ursache dafür sind Follikel,die überempfindlich in Bezug auf männliche Hormone (Androgene)reagieren. Der starke Haarwuchs kann auch durch einen ungewöhnlich hohen Hormonspiegel verursacht werden.
Einige Arzneimittel können Hirsutismus begünstigen, wie z.B.
die Antibabypille, Hormone und Anabolika. Frauen mit Vorfahren aus dem Mittelmeerraum, lateinamerikanische Frauen und afroamerikanische Frauen neigen dazu mehr Körperhaar zu haben, als z.B. Nachfahren amerikanischer Ureinwohner oder Personen mit japanischen Vorfahren. Der Grund dafür kann auch in der Familie liegen. Ihr Arzt kann evt.
dazu auch einige Test vornehmen, um tiefer liegende Ursachen herauszufinden.
Die Pubertät, eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre können zudem verstärkten Haarwuchs mit sich bringen. Auch während der normalen Veränderungen im Leben einer Frau, schwankt die Hormonproduktion. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Hormone in dieser Zeit aus dem Ungleichgewicht kommen können. Mehr männliche Hormone (Androgene) können
so z.B. die Ursache für unerwünschten Haarwuchs sein.
Funktioniert Elektrolyse immer?Die Frage wird häufig gestellt, wenn Patienten neue Haare auf einer schon behandelten Körperstelle sehen. Haare, die auf dieser Stelle neu wachsen, müssen nicht von schon behandelten Haarfollikeln stammen. Die meisten stammen in der Tat von unbehandelten Haarfollikeln. Wenn Haare innerhalb von sechs Wochen
(nach der Behandlung) auftauchen, können Sie sicher sein, dass diese von unbehandelten Haarfollikeln stammen. Es würde nämlich sieben bis 8 Wochen dauern, bis Haare von schon behandelten Haarfollikeln nachwachsen würden.
Vorsicht ist bei Personen geboten, die an Diabetes leiden oder zu Narbenkeloiden neigen. Um den Patienten nicht zu gefährden, sollten Elektrologen keine Behandlungen im Nasen- oder Ohreninneren oder auf gereizten Hautpartien vornehmen, bis der Patient dazu seinen Arzt befragt hat.
Wie lange dauert eine einzelne Behandlung? Die durchschnittliche Behandlungszeit liegt zwischen 15 Minuten und 1 Stunde. Die Zeitdauer der Behandlung richtet sich auch nach der Hautreaktion auf die jeweilige Behandlung und die Empfindlichkeit des Patienten. Zudem hängt die Zeit von der gerade behandelten Körperstelle ab. Jedoch sollte die erste Behandlung nicht länger als 15 Minuten dauern und sozusagen als Test dienen. Sollte alles gut ablaufen, kann ein Patient bis zu drei Stunden (in einer Sitzung) behandelt werden. Gesichtsbehandlungen hängen stark von der jeweiligen Zone ab und können zwischen 15 Minuten und 1 Stunde dauern.
Wie viele Haare können in einer Sitzung entfernt werden? Die Anzahl der in einer Sitzung entfernten Haare hängt von der Empfindlichkeit des Patienten, dem Hauttyp und dem Können des Elektrologen ab.